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Handicap-Dolls

Kleine Helden ziehen in bayerische Kinderkliniken ein

Stiftung KreBeKi übergibt Handicap-Dolls an vier bayerische Kinderkliniken und eine Spende in Höhe von 2000.-€ an die Familiennachsorge der KUNO Kinderklinik St. Hedwig Regensburg 

v.l.n.r: Pflegedirektor Stefan Gütinger, KreBeKi- Vorstand Ludwig Faltermeier. Renate Fabritius- Glassner, Familiennachsorge, Chefarzt PD Dr. Christian Knorr, KUNO Kinderklinik St. Hedwig Bildquelle: Gerd Bauer / KreBeKi

Regensburg. Bereits im vergangenen Jahr zogen zwei besonders motivierende „neue Mitarbeiter“ in die KUNO Kinderklinik St. Hedwig nach Regensburg ein. Die beiden Handicap-Dolls Hedi und Joey, unterstützen seitdem das Team der Familiennachsorge Bunter Kreis.

Durch Spenden von Sternstunden e.V. und der Telis Finanz Vermittlung AG konnten nun weitere Abteilungen der KUNO Kinderklinik St. Hedwig in Regensburg, aber auch des Haunerschen Kinderspitals in München, der Kinder- und Jugendmedizin der Sana Kliniken in Hof, und des Universitätsklinikums Erlangen durch neue kleine Helden verstärkt werden.

Hemmschwellen abtragen

Eine Puppe mit Einschränkungen? „Das mag zunächst befremdlich klingen,“ so Renate Fabritius-Glassner vom Bunten Kreis, „baut aber Hemmschwellen ab. Etliche unserer kleinen Patienten benötigen Hilfs- und Heilmittel. Einen künstlichen Ausgang oder Beinschienen kann man am Ende des Krankenhausaufenthalts nicht einfach ablegen. Mit diesen Beeinträchtigungen muss sich die ganze Familie und der Freundeskreis auseinandersetzen. Die Handicap-Dolls können diesen heraus-fordernden Situationen über die Psyche etwas von der Schwere nehmen. Die kleinen Patienten erkennen sich in den Puppen wieder, Geschwister und Freunde lernen spielerisch, dass körperliche Einschränkungen einfach zum Leben dazugehören und die Eltern werden ermutigt, den Hilfsmitteln mit weniger Scheu zu begegnen.“

Fußballstars helfen Krisen meistern

Chefarzt PD Dr. Christian Knorr aus der KUNO Klinik St. Hedwig wünschte sich für seine kleinen Patienten ein besonderes Outfit für die Puppe Tom: ein FC-Bayern-Shirt. Für die Puppenschöpferin Nicole Sarripapazidis war das kein Hindernis, in Abstimmung mit der Marketing-abteilung des FC Bayerns ließ sich auch dies verwirklichen.    Bei der Übergabe der Puppen wies in diesem Zusammenhang der erste Vorsitzende der Stiftung KreBeKi, Ludwig Faltermeier darauf hin, wie wichtig der Sport für Kinder mit Beeinträchtigungen sei. Eine Puppe mit Behinderungen, die im Spiel am Sport teilnimmt, sollte nichts Besonderes sein.

„Von frühen Kindertagen an bis heute haben mich, als aktiver Sportler, beruflich, ehrenamtlich und als Sportkonsument Fußball, weitere Ballsportarten, Leichtathletik, Rennrad- und Mountainbike u.v.a.m. begeistert,“ so Faltermeier. „Bis heute bin ich mehr als sechs Jahrzehnte natürlich ein treuer Bayernfan… dem großen FC Bayern München mit seinen herausragenden Spielern gelingt es seit Jahrzehnten, Kinderträume wahr werden zu lassen und in Krisen den Blick weg von der Krankheit zu führen. Umso mehr freut es mich heute diese besonderen Puppen an die Kinderklinik mit einer Spende in Höhe von 2000.- € übergeben zu können, damit sie Ihre so wertvolle Arbeit in der Familiennachsorge fortsetzen können.“

Sollten auch andere bayerische Kinderkliniken diese besonders „motivierenden Mitarbeiter“ in ihr Team aufnehmen wollen, können sie sich an die Stiftung wenden

Weitere Informationen

zu Nicole Sarripapazidis, der Erfinderin der Handicap Dolls

Nicole Sarripapazidis hat lange im medizinischen Bereich gearbeitet, bevor sie auf die Idee kam sich beruflich zu verändern. Sie übernahm die Tagespflege eines kleinen besonderen Kindes mit Magensonde und erlebte den Alltag mit ihm und seiner Erkrankung. Gerade die Magensonde zog vielfach mitleidvolle Blicke auf sich. Dies wollte Nicole Sarripapazidis so nicht stehen lassen und begann eine Puppe mit Handicap zu nähen, die den kleinen Jungen fortan begleitete. Mit der Zeit entstanden immer mehr Puppen, die die Lebenswirklichkeit von Kindern mit Beeinträchtigungen widerspiegeln. Diese Handicap Dolls erleichtern betroffenen Kindern und ihren Familien, sich mit Handicaps und Hilfsmitteln anzufreunden und unterstützen bei der Bewältigung von Krankheit oder Behinderung.

zu Ludwig Faltermeier

Ludwig Faltermeier war 18 Jahre der Schul- und Gesamtleiter des Bischof-Wittmann-Zentrums Regensburg und ist seit 2019 erster Vorsitzender der Stiftung KreBeKi. Er hat bereits 1984 das Buch „Sport macht lebendiger“ verfasst. Das in vier Auflagen erschienene Fachbuch ist das erste in deutscher Sprache, das alle gängigen Sportarten in anwendungswissenschaftlicher Darlegung beinhaltet. Die ersten Schulen in Deutschland und Bayern für Vorschüler und Schüler mit geistiger Behinderung verfügten über keine Turnhallen und keine Sportplätze mit Rasenfeld und Laufbahn. Der Sportunterricht lag im Dornröschenschlaf. Innerhalb weniger Jahre fand der Sport Eingang bis hin zu den Special Olympics mit Sportfesten auf bayerischer, deutscher, europäischer und weltumspannender Teilnahme, so z.B. die Sommerspiele in Los Angelos und Shanghai, die Winterspiele in Nagano usw. an Austragungsorten der Olympischen Spiele. Bayerische Sportler mit geistiger Behinderung waren von den ersten Anfängen bis heute immer außergewöhnlich erfolgreich. Einen entscheidenden Beitrag leistete dieses Buch mit dem Untertitel „Zur Bedeutung des Körper-Potentials und der Körper-Lust von Menschen mit geistiger Behinderung