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Schriftzug Ritter Wonnebold

Inklusive digitale Medienbildung mit Ritter Wonnebold

Förderung digitaler Teilhabe im Rahmen eines Pilotprojekts an der Grundschule Prüfening und dem Pater-Rupert-Mayer Zentrum

Regensburg. Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert im Rahmen des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ das Pilotprojekt „Inklusive digitale Medienbildung mit Ritter Wonnebold“ durch die Stiftung KreBeKi.

Intro zum Videochat mit Ritter Wonnebold (Handpuppe Martina Topp, Sprecher und Musik: Hubert Treml) Bildquelle @Gaby Eisenhut

Recht auf digitale Bildung

Nach der VN-Kinderrechtskonvention, Artikel 17, hat jedes Kind ein Recht auf den Zugang zu digitaler Bildung. Vor allen in Pandemiezeiten besteht die Gefahr, dass Kinder, deren Familien sie nicht optimal medial fördern und ausstatten können, ausgegrenzt werden und zu digitalen Analphabeten heranwachsen. Die Stiftung KreBeKi möchte Kinder im Alter von 5 – 9 Jahren, die ganztags betreut werden, ein Angebot machen, das diesem Prozess entgegenwirkt. Damit beeinträchtigte Kinder gleichberechtigt am Projekt teilhaben können, sind die Medien barrierearm gestaltet, z.B. gibt es zu Filmsequenzen eine Version mit Gebärden, Untertitel und Audiodeskription. Texte sind auch in Leichter Sprache übersetzt vorhanden.

Der Projektzeitraum dauert von 1. Oktober bis 31. Dezember 2021. Die Teilnehmenden (Kinder aus dem Pater-Rupert-Mayer-Zentrum und der Grundschule Prüfening) haben im Vorfeld in einem partizipativen Prozess über den Einsatz bestimmter Medien in den verschiedenen Projektphasen entschieden. Regionale Künstler schufen für die Kinder über den Bündnispartner Medienzentrum Regensburger Land unterschiedliche Medien: eine Schatzkarte, die die Stadt und den Landkreis mit seinen Flüssen als Insel zeigt, Aufgaben- und Informationskärtchen zur Schatzkarte, den Trickfilm „Der kleine Bär, der Opa und die Burg“ und die Handpuppe „Ritter Wonnebold“.

Ritter Wonnebold und die Bee-Bots

Der Hauptakteur im Projekt ist die Handpuppe Ritter Wonnebold, gespielt und gesprochen von Hubert Treml. Einmal in der Woche animiert Wonnebold mit ehrenamtlichen Helfern die Teilnehmer sich mit Ritter und Burgen im Landkreis auseinanderzusetzen und eigene Medienarbeiten zu ihren Lebenswelten zu gestalten. Die Teilnehmer können entscheiden, ob sie sich virtuell oder reell treffen und die Vor- und Nachteile dieser Auswahl diskutieren. Sie bekommen bei den Veranstaltungen nicht nur Tipps für eigene Medienprojekte, die im Projektzeitraum entstehen sollen, sondern es wird auch viel gerätselt, gesungen und getanzt.


Das Besondere bei der geografischen Erkundung der Burgen: Die Kinder können sich die Schatzkarte mit einem Bee-Bot® erschließen. Bei dem Bee-Bot® handelt es sich um einen kleinen Roboter in Form einer Biene, der sich auf Rädern fortbewegen kann. Hierfür lassen sich 40 Bewegungsabläufe mit den Tasten auf seinem Rücken einprogrammieren. Neben der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung kann sich der Roboter um jeweils 90° nach links oder rechts drehen. Mit dem grünen GO-Knopf werden dann die eingespeicherten Bewegungen hintereinander abgefahren.

Programmieren lernen


Informatiksysteme werden von Kindern und teils auch von Erwachsenen häufig als Blackbox wahrgenommen. Sie sind in der Lage, die gesteuerten Abläufe des Systems zu beobachten und sie treten über deren Nutzung auch in Interaktion mit diesen Systemen. Aus beiden Perspektiven hingegen kann noch kein Verständnis für die Prinzipien oder Strukturen des Systems erworben werden. Dieses ist jedoch Voraussetzung dafür, dass Informatiksysteme selbst gestaltet werden können. Mittels des Bee-Bots® erhalten die Kinder die Möglichkeit, diesen über vorgegebene Anweisungen zu steuern. Dabei müssen sie diese Abläufe zunächst modellieren und anschließend implementieren. Zugleich haben sie Erfolgserlebnisse dabei, ein Informatiksystem selbst zu gestalten. Sowohl die erworbenen kognitiven als auch affektiven Kompetenzen ermöglichen es ihnen und motivieren sie dazu, sich mit komplexeren Daten- und Kontrollstrukturen, Algorithmen und weiteren Informatiksystemen zu einem späteren Zeitpunkt auseinanderzusetzen.

Über die Förderung im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ freuen sich Ludwig Faltermeier und Gaby Eisenhut vom KreBeKi Stiftungsvorstand sehr. „Die Digitalisierung eröffnet gerade Kindern mit Behinderung einen bisher nie dagewesenen Zugang zu Informationen“, so Faltermeier. „Mit unserem Projekt können wir so nicht nur eine diverse Gruppe an Kindern für regionale Geschichte begeistern, sondern insbesondere allen auch einen barrierefreien Zugang zur digitalen Welt ermöglichen“, ergänzt Eisenhut.

Über die Förderung im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ freuen sich Ludwig Faltermeier und Gaby Eisenhut vom KreBeKi Stiftungsvorstand sehr. „Die Digitalisierung eröffnet gerade Kindern mit Behinderung einen bisher nie dagewesenen Zugang zu Informationen“, so Faltermeier. „Mit unserem Projekt können wir so nicht nur eine diverse Gruppe an Kindern für regionale Geschichte begeistern, sondern insbesondere allen auch einen barrierefreien Zugang zur digitalen Welt ermöglichen“, ergänzt Eisenhut.

Das Deutsche Kinderhilfswerk

Das Deutsche Kinderhilfswerk ist Programmpartner und Förderer im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Mit „Party-cipation“ initiiert das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit Bündnisse für Bildung, die im Rahmen kulturell-künstlerischer Arbeit einen Fokus auf die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen legen und sich mit den Kinderrechten auseinandersetzen. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche von 3 bis 17 Jahren aus finanziell oder sozial benachteiligten Familien. Ziel des Förderprogrammes „Party-cipation“ ist es, fehlende chancengerechte Zugänge zu Bildung und Kultur auszugleichen und gleichzeitig lokale Strukturen zu schaffen, die diese Leerstellen nachhaltig füllen können. Das bedeutet für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen, dass diese durch die Teilnahme an außerschulischen und
beteiligungsorientierten Angeboten der kulturellen Bildung befähigt werden, für ihre eigenen Interessen und Rechte einzustehen.

Bildquelle: Deutsches Kinderhilfswerk