KreBeKi - Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern

FilmprojeKt: Zu Mozarts zorniger Musik bäumen sich Körper auf (2006)

Eine ungewöhnliche Gruppe trifft sich am Stadttheater zu einem ungewöhnlichem Projekt. Ein Dokumentarfilm soll entstehen, ein Streifen, in dem von krebs betroffene Kinder und Jugendliche, Geschwister und Freunde zu Wort kommen. Sie sollen über Ihre Gefühle, Ängste und über die Wut sprechen, die in einem jungen Menschen herrscht, wenn er selbst oder eine nahe stehende Person an Krebs erkrankt ist.

Doch warum gehen die Jugendlichen zum Stadttheater? Gaby Eisenhut von der Stiftung "KreBeKi" (Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern) will einen Dialog anregen, ein Gespräch zwischen den Tänzern des Regensburger Balletts und den Betroffenen.

Ballettdirektor Olaf Schmidt hatte in der vergangenen Spielzeit eine Choreografie zur Musik von Mozarts Requiem uraufgeführt. Leben und Tod prallen hier aufeinander, Gefühle werden entfesselt, Hilflosigkeit wird laut heraus gesungen, auch der Zorn und die Ohnmacht gewinnen Mozarts Musik Raum.

Olaf Schmidt hat den Klängen Bewegungen gegeben. Und genau über diese Umsetzung von Gefühlen über Leben und Tod, über Krankheit und Hilflosigkeit, über die Ausweglosigkeit des menschlichen Daseins soll die Auseinandersetzung zwischen den Ballettkünstlern und den von Krebs betroffenen Jugendlichen gehen. "Wir wollen einen Film über diesen Dialog drehen, bei dem die Betroffenen selbst zu Wort kommen. Wir wollen damit das Thema Krebs enttabuisieren. Der Film soll bayernweit an den Schulen gezeigt werden", formuliert Gaby Eisenhut die Zielsetzung.

Vier Jugendliche, die im Theater mit von der Partie sind, sind selbst von Krebs betroffen. Katharina Reisinger, Katharina Fuchs, Lisa Hasch und Uli Wiendl haben die Krankheit durchlebt. Philipp ist als Bruder von Uli mitgekommen, auch Simon Weber ist der Bruder eines krebskranken Kindes. Vier Mitschüler eines kürzlich in Dachelhofen (Landkreis Schwandorf) an Krebs verstorbenen Schülers sind dabei, außerdem Dr. Marlene Volz-Fleckenstein als Leiterin des Pilotprojekts "Pädiatrische Palliativmedizin" und André Sommerer als stellvertretender Leiter des "Regensburger

Kindls" (Häusliche Kinderkrankenpflege). Dramaturgin Christiane Schmidt führt die gemischte Gruppe einschließlich des Snapshot-Filmteam zu den Trainingsräumen der Ballettänzer. Olaf Schmidt erklärt, wie wichtig es sei, dass die Tänzer täglich mit neuen Tanzabfolgen konfrontiert werden

Nach der Aufwärmphase kommt Schmidt zu den Ballettszenen aus Mozarts Requiem. In einer Szene habe er die Berührungsängste darstellen wollen, die man habe, wenn jemand schwer krank sei. Die Tänzer zeigen eine Choreografie, in der sie sich kaum berühren, sich gegenseitig scheinbar aus dem Weg gehen und sich dabei immer zueinander hingezogen fühlen.

Die Betroffenen äußern sich zurückhaltend. Schlimm sei, so Lisa, dass man oft gleichsam zum Tode verurteilt werde, wenn andere erfahren, dass man Krebs habe. "Manche haben geglaubt, das sei ansteckend", fügt Katharina an. "Viele haben Angst darüber zu reden!" André Sommerer und Dr. Volz-Fleckenstein berichten über ihre Erfahrungen mit sterbenden Kindern. "Wenn es keine Heilung mehr gibt, muss man dem Tag Leben geben und nicht dem Leben Tage", sagt Volz-Fleckenstein.

Die ergreifende Tanzszene zu Mozarts "Dies irae" (Tag des Zorns) macht alle betroffen. Da ist diese zornige Musik, da ist dieser hilflose, aufbäumende Tanz. Ein Mädchen füllt, quält sich wieder in die Höhe, reckt die Hände zum Himmel und füllt wieder. Wie man denn diesen Kampf gegen die Krankheit erlebt habe, fragt Gaby Eisenhut. Alle stimmen überein: "Man kann nicht viel tun, man kann nur für den, der kämpft, da sein."

Am Ende des ersten Drehs im Regensburger Stadttheater sind viele wichtige Szenen im Kasten. Dies ist jedoch erst der Anfang. Weitere Szenen sollen folgen. Das Projekt "Krebs aus dem Tabu herausholen" hat erst begonnen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Angelika Lukesch, Mittelbayerische Zeitung, 20. Dezember 2006

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