KreBeKi - Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern
KreBeKi-Newsletter
14. Juli 2010

Willkommen beim Online-Newsletters von KreBeKi - der Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern!

Wir freuen uns, Ihnen heute den zweiten Newsletter des Jahres 2010 senden zu können. Er soll sie mit aktuellen Informationen rund um unsere Stiftungsziele versorgen. Ganz besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen unser neuestes Projekt, ein Buch, das Kindern den Gang ins Krankenhaus erleichtern soll. Es ist zum Beispiel ein ideales, kostengünstiges Geschenk für Ihre Kinder, Enkel, Freunde... 

Wenn Sie Anregungen haben, freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen an info@krebeki.de. Mehr über KreBeKi erfahren Sie unter www.krebeki.de

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie in unserem eMail-Verteiler sind. Wir wollen Sie allerdings nicht mit eMails bzw. Drucksachen überhäufen. Sollten Sie den Newsletter künftig nicht bekommen möchten, können Sie ihn hier ganz einfach abbestellen.

Herzlichst Ihre

Gaby Eisenhut
Vorsitzende der Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern

Erfolgreiches KreBeKi-Projekt: Kinderbuch, das Angst vor dem Krankenhaus nehmen soll

KreBeKi hat wieder ein erfolgreiches Projekt durchgeführt. In den vergangenen Monaten wurde an einem Kinderbuch gearbeitet, das Kindern helfen soll, die Angst vor einem Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Am 7. Juni war es dann soweit. Das Buch wurde in einer spektakulären Aktion der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Medien berichteten ausführlich darüber, denn zur Buchvorstellung war extra die lebensgroße, braunorange WDR-Maus aus der „Sendung mit der Maus“ nach Regensburg gekommen und assistierte der KreBeKi-Vorsitzenden Gaby Eisenhut bei der Vorstellung des Buches in der Kinderklinik St. Hedwig. Viele, viele Kinder waren dazu in die Klinik gekommen. Zuvor hatte die Maus noch einen Besuch bei KUNO in der Uni-Klinik sowie im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum gemacht.

„Ein Besuch in der Teddyklinik – wie Teddy Moritz seine Angst vor dem Krankenhaus verlor“ heißt das Buch, das in Kooperation mit Kuno, den beiden Standorten der Regensburger Kinderklinik und dem Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) herausgegeben wurde.

Der Ameisen-Michl der Kinderband Donikkl las die Geschichte von Moritz, dem Teddybären, vor den vielen neugierigen Kindern und vielen Gästen und Mitarbeitern der Hedwigsklink vor. Das Buch war vom Stamsrieder Care-Line Verlag gemeinsam mit Gaby Eisenhut konzipiert, illustriert und herausgegeben worden. Die Regensburger Fotografin Juliane Zitzlsperger hatte in der Kinderklinik St. Hedwig die Mediziner um Chefarzt Professor Dr. Hugo Segerer und das dortige medizinische Personal fotografiert, wie sie sich um Teddy Moritz kümmern. Die Bilder für die Geschichte um den Teddybären Moritz, dem in der Hedwigsklinik eine verschluckte Murmel aus dem Bauch operiert werden muss, zeichnete die Stiftungsvorsitzende dann selbst. Der Text stammt von der Münchner Autorin Eva Christian.

Um was geht es? – Teddy Moritz muss ins Krankenhaus und erfährt, dass das gar nicht schlimm ist. Ihm muss in der Hedwigsklinik eine Murmel aus dem Bauch operiert werden, die er aus Versehen verschluckt hatte. Und die Mediziner und das medizinische Personal der Regensburger Kinderklinik St. Hedwig kümmern sich rührend um ihn und erklären ihm alles. In der Klinik trifft er auch den Raben Kuno und andere Leidensgenossen, die dort ebenfalls behandelt werden. Und alle zusammen müssen sie feststellen, dass es im Krankenhaus gar nicht schlimm ist.

„Mit dem Buch wollen wir versuchen, Kinder auf den Aufenthalt im Krankenhaus vorzubereiten und ihnen vermitteln, dass sie davor nicht viel Angst haben müssen“, erklärt Gaby Eisenhut die Intention des Buches. Und das scheint zu gelingen. Denn die Kinder, die der lebendigen Lesung vom Ameisen-Michl gebannt folgten, schienen danach alle etwas vertrauter mit dem Klinikbetrieb.

Das Buch wurde an alle bayerischen Kinderärzte, Kinderkliniken und Kindertherapeuten verschickt. Es ist für 4,80 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-86878-029-1), kann aber auch direkt über den Verlag bezogen werden. 50 Cent des Verkaufspreises gehen an KreBeKi.

[Video-Beitrag bei Mittelbayerische.tv]

www.krebeki.de/projekte/2010-teddyklinik.html

KreBeKi warb auf TVA um Spenden und für Newsletter

Parallel zur Vorstellung des Buches „Ein Besuch in der Teddyklinik“ warb KreBeKi mit einem eigens dafür erstellten Werbespot auf TVA.

Eine Woche lang wurde auf den Newsletter aufmerksam gemacht und um Spenden gebeten. Der Spot lief 16 mal am Tag und war zur besten Sendezeit zu sehen. Tausende von TVA-Sehern wurden so parallel zur Berichterstattung in den Medien zur Buchvorstellung mit dem Anliegen von KreBeKi vertraut gemacht. 

[KreBeKi TV Spot anschauen]

Teddyklinik: KeBeKi verteilt Teddy-Bücher

KreBeKi nahm zum dritten Mal an der Aktion „Teddyklinik“ an der Regensburger Kinderklinik St. Hedwig teil. Während das Thema der Stiftungsaktivität bisher „Sonnenschutz im Kindesalter“ war, ging es diesmal darum, ganz im Sinne der Teddyklinik-Aktion Kindern die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen. KreBeKi verteilte daher jedes der 1000 Kind, die ihr krankes Stofftier zur Behandlung in die Klinik brachten, ein Exemplar des neuen Teddybuches „Ein Besuch in der Teddyklinik – wie Teddy Moritz seine Angst vor dem Krankenhaus verlor“. 

Die Teddyklinik ist ein gemeinnütziges Projekt Regensburger Medizinstudenten, das sich v.a. an Vorschulkinder und ihre „erkrankten“ Kuscheltiere richtet. Dazu verwandelte sich der Garten der Hedwigsklinik vom 10. bis zum 12. Juni in ein Stofftier-Krankenhaus mit originalgetreu ausgestatteten Warte-, Behandlungs-, OP-, und Apothekenzelten. In der Sprechstunde der drei Tage stellten sich rund 150 Teddydocs (Medizin- und Zahnmedizinstudenten) Problemen wie „was ist, wenn das Krokodil Zahnweh hat?“, „wie behandelt man einen Tausendfüßler, der seine Beine gebrochen hat oder gar die Tigerente, die ihre Streifen verloren hat?“. Dazu wurden die Kinder in die Untersuchung mit eingebunden, durften Verbände anlegen, röntgen, Spritzen geben und gegebenenfalls sogar operieren.

Ziel der alljährlichen Aktion Teddyklinik ist es – ganz im Sinne des neuen KreBeKi-Buches, die Kinder spielerisch an Themen wie Krankheit, Krankenhaus und Arztbesuch heranzuführen und ihnen die Angst vor der oft so sterilen Umgebung zu nehmen, indem sie die Behandlung einmal aus einem anderen Blickwinkel erleben. Die Teddyklinik steht jedes Jahr unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. Hugo Segerer, Chefarzt der Klinik St. Hedwig. Weitere Infos gibt es unter www.teddyklinik-regensburg.de

Engel gesucht-Projekte sind sehr gefragt

2008 hatte KreBeKi das Projekt „Engel gesucht“ initiiert. Es war für ein Jahr gedacht und sollte sich direkt an behinderte und chronisch kranke Kinder und Jugendliche wenden. Während der Aktionsmonate, die unter der Schirmherrschaft der früheren bayerischen Sozialministerin Christa Stewens standen, hatten sich viele Engel gefunden. Das Projekt war so erfolgreich, dass Teile davon inzwischen als ständiges KreBeKi-Angebot für behinderte und chronisch kranke Kinder und Jugendliche übernommen wurden.

Aktuell laufen: Integrative Workshops im Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, wobei das Museum behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zu einer Erkundungstour im Haus einlädt. Die Kurse finden alle drei Monate an einem Samstagnachmittag an. Sie sind für Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren geeignet. Die Teilnahme ist für die Kinder und jeweils eine Begleitperson kostenlos, da durch KreBeKi finanziert. Eltern und Begleitpersonen sind eingeladen, mitzumachen oder das Museum auf eigene Faust entdecken. [mehr...]

An der Prälat-Michael-Thaller Schule, Abensberg wird seit 2008 ein Theaterprojekt unterstützt Schüler und Schülerinnen treffen sich regelmäßig unter Leitung einer Heilpädagogin, um gemeinsam zu schauspielern und zu tanzen. Dabei wird eine sprachfreie Form des Theaters – bekannt als Jeux Dramatiques – angewandt. Dies bietet den Kindern die Möglichkeit, sprachliche Defizite auszugleichen, indem sie spielerisch und wertungsfrei Emotionalität erleben und dies körperlich ausdrücken. [mehr...]

Als Fortführung aus dem Initialprojekt von 2008 gestaltet die Kinderakademie Fliegenpilz seither monatlich einen künstlerischen Tagesworkshop am Pater-Rupert-Mayer-Zentrum in Regensburg. Auf dem Programm stehen so phantasievolle Kurse wie „die Porzellanwerkstatt", „Poi-Spielen", „Postkartentheater", „Reise nach Italien – ein Kochkurs", oder das „Gärtnerglück“. [mehr...]

Neu seit Frühjahr 2010 ist ein Kurs einer Künstlerin in Kooperation mit einem Sonderschullehrer, einer heilpädagogischen Förderlehrerin und einer Kinderpflegerin an der Blindeninstitutstiftung Regensburg, einer Bildungseinrichtung für mehrfachbehinderte blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche. Zwei Vormittage pro Monat können dort sechs Teilnehmer der Berufsschulstufe des Förderzentrums Sehen einen Workshop „Plastisches Gestalten mit Speckstein“ besuchen. Drei vollblinde und drei sehbehinderte Schüler fordern dort auch von der Künstlerin eine neue, ganz andere Art zu arbeiten.

Künftig werden weitere bayerische Einrichtungen für behinderte und chronisch kranke Kinder durch KreBeKi mit Engel-Projekten gefördert. Neue Projekte mit Museen in anderen bayerischen Städten sind gerade im Aufbau.

Rat & Hilfe

In dieser Rubrik finden Sie Ratschläge und Hilfestellungen von Experten. Wir reißen sie in unserem Newsletter an, den ausführlichen Text finden Sie dann auf unserer Homepage www.krebeki.de unter dem Button "Rat & Hilfe". Heute gibt der Regensburger Physiotherapeut mit osteopathischer Ausbildung Joachim Schmidt einen Einblick in die Grundlagen und Wirkungsweisen der Osteopathie. Mit ihr kann man gerade auch bei der Behandlung von Säuglingen und Kindern gute Ergebnisse erzielen.

Osteopathie ist die Medizin der Bewegung. Die Osteopathie wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still entwickelt. Unzufrieden mit der zur damaligen Zeit betriebenen Heilkunde und über die übertriebenen Medikamentenverordnungen, Aderlässe und andere Methoden der Ärzte, entwickelte er ein neues, ganzheitliches medizinisches System, das er Osteopathie nannte und mit dem er ohne Medikamente und Operationen behandeln konnte. Wörtlich übersetzt heißt Osteopathie “ krankhafte Veränderung des Knochens. Still wählte diesen Namen für sein Therapiekonzept, da er mit seinen Forschungen am Knochen begann und versuchte, zunächst das knöcherne Skelett zu normalisieren. So verband er die Begriffe für Knochen (Osteo) mit für Leiden (Pathos) und hatte als Ergebnis Osteopathie . Er hatte erkannt, dass alle Erkrankungen des Menschen damit in Zusammenhang stehen, dass die Beweglichkeit und Struktur seiner Muskeln, Gelenke und Bänder beeinträchtigt sind. Diese Beeinträchtigungen bedingen offensichtlich eine verminderte Funktionsfähigkeit seiner inneren Organe. Die Osteopathie sucht nun mit verschiedenen Methoden diese Beeinträchtigungen und versucht, diese sanft zu korrigieren. Wenn dem Therapeuten dies gelingt, dann laufen die Funktionen wieder normal und die Selbstheilkräfte des Menschen werden wirksam und er kann wieder gesunden. Besonders gut lassen sich Säuglinge und Kinder mit osteopathischen Methoden behandeln. 

[Lesen sie hier weiter...]

Leukämie bei Kindern: Krebshilfe fördert internationale Studie

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 1.800 Kinder unter 15 Jahren neu an Krebs. Die häufigste Diagnose: akute lymphoblastische Leukämie, eine bösartige Bluterkrankung. In den letzten 30 Jahren sind die Heilungschancen der betroffenen Kinder kontinuierlich gestiegen: 80 Prozent können heute geheilt werden. Doch der Preis für diese Heilung ist hoch – viele Kinder leiden oft erheblich unter den Nebenwirkungen der Behandlung. Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilte wird nun im Rahmen einer internationalen Studie untersucht, wie die Nebenwirkungen reduziert werden können, ohne die Heilungsrate zu mindern.

Die Studienzentrale ist am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Kiel, angesiedelt. Die Deutsche Krebshilfe fördert die Studie über zehn Jahre mit insgesamt 4,4 Millionen Euro. In Bayern nehmen acht Kinderkliniken an der Studie teil.

Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) entsteht im Knochenmark, dem Ursprungsort der Blutbildung. Sie tritt auf, wenn weiße Blutkörperchen durch eine genetische Veränderung nicht mehr zu funktionstüchtigen Zellen heran reifen, sondern sich als unreife Blutzellen rasch und unkontrolliert vermehren. Dadurch werden normale Zellen im Blut verdrängt. In der Folge werden die betroffenen Kinder schwach und müde, sie sind sehr infektanfällig und neigen zu Blutungen. Dank einer Behandlung auf höchstem wissenschaftlichem Standard werden heute 80 Prozent der kleinen Patienten wieder gesund.
„Trotz verbesserter Anpassung der Therapie an das Rückfallrisiko tritt die Erkrankung bei 20 Prozent der Kinder irgendwann wieder auf. Und alle jungen Patienten leiden mehr oder weniger stark unter Neben- und Spätfolgen, so dass man trotz aller Erfolge noch nicht von einer optimalen Behandlung sprechen kann“, sagt Professor Dr. Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Zu den Spätschäden, die häufig nach einer Chemo- oder Strahlentherapie auftreten, gehören beispielsweise Schleimhautschäden, schwere Infektionen, Organschäden und Zweittumoren. Schrappe koordiniert jetzt eine internationale Studie mit dem Ziel, die Behandlung konsequent und in jedem Einzelfall an das individuelle Rückfallrisiko anzupassen. „Damit wollen wir einerseits den Kindern, die ein geringes Rückfallrisiko haben, un-nötige Belastungen ersparen und sie vor Langzeitfolgen schützen. Andererseits wollen wir Kindern, die eine ungünstige Prognose haben, eine effektivere Behandlung zukommen lassen“, so Schrappe.

An der Studie ‘AIEOP-BFM ALL 2009‘ sind insgesamt sieben Länder beteiligt: Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik, Italien, Israel und Australien. In Deutschland nehmen bundesweit 54 kinderonkologische Zentren teil. Insgesamt erwarten die Wissenschaftler pro Jahr 950 Studien-Patienten.

Film zur persönlichen Assistenz im Netz

Wer sich für das Thema persönliche Assistenz interessiert, kann sich jetzt online eine Dokumentation mit dem Titel „Rein ins Leben mit persönlicher Assistenz" ansehen.

Der 16minütige Film wurde von den beiden Berliner Anbietern von persönlicher Assistenz Verein Ambulante Dienste e. V. und Lebenswege gGmbH anlässlich des diesjährigen Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen konzipiert. Entsprechend dem Motto „Inklusion – Dabei sein von Anfang an“ zeigen Thilo Schmidt und Till Steinmetz im Film Szenen aus dem Alltag zweier auf Assistenz angewiesener Menschen und lässt sie und zwei Personen, die als Assistenten arbeiten, zu diesem Thema zu Wort kommen. Dadurch wird sehr plastisch deutlich, was persönliche Assistenz ist, und welche Möglichkeiten sich dadurch für die Lebensgestaltung und gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen ergeben. Die Dokumentation kann unter http://www.adberlin.com online angeschaut werden. Alternativ kann der Film auch als DVD gegen eine Schutzgebühr von 4 Euro bei seidler@adberlin.com bestellt werden.

Schülerzeitung gewinnt mit Reportage über Leukämie

Veronika Widmann vom Ruperti-Gymnasium in Mühldorf am Inn gewann mit einer sehr lesenswerten Reportage über ein krebskrankes Mädchen beim Schülerzeitungswettbewerb des SPIEGEL den ersten Preis. 

Die Gymnasiastin hatte in der Schülerzeitung „Innfloh" sehr informativ und einfühlsam über die neun Monate währende Krankenhausbehandlung eines Mädchens geschrieben, die an Leukämie erkrankt war. Der interessante Artikel einer jungen Frau über eine kranke junge Frau kann hier nachgelesen werden.
Seit 1996 sucht der SPIEGEL-Verlag jedes Jahr nach der besten Schülerzeitung im deutschsprachigen Raum. Ziel so der Verlag, sei es Ziel ist es, den journalistischen Nachwuchs zu fördern. „Journalismus hat viel mit Neugierde zu tun, mit dem Willen, Unentdecktes zu erforschen, Verborgenes ans Licht zu ziehen und Sprachlosen eine Stimme zu geben. Hartnäckigkeit gehört ebenso dazu, bisweilen auch Mut, aber vor allem: Spaß am Schreiben und Gestalten. Wo ließe sich das besser erproben als in jungen Jahren an der Schule? Etliche gestandene Journalisten und Redakteure haben ihre ersten Erfahrungen bei Schülerzeitungen gemacht und sich dort für diesen Beruf begeistert“, schreibt der „Spiegel“ auf seiner Homepage.

Beipackzettel überwinden Barrieren

Blinde und Sehbehinderte konnten bisher Beipackzettel von Medikamenten nicht lesen. Das wir nun anders. Der neue PatientenInfo-Service will dem entgegenwirken: Blinde und sehbehinderte Menschen können in Zukunft die Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln in für sie geeigneter Form im Internet abrufen.

Auch für normalsehende Menschen kann dieser Service hilfreich sein, wenn der normale Beipackzettel beispielsweise verloren gegangen ist oder nur in sehr kleiner Schrift gedruckt vorliegt. Die Online-Beipackzettel sind seit Juni unter der Internetadresse www.patienteninfo-service.de verfügbar. Diese Web-Site ist barrierefrei gestaltet. Das bisher einmalig System wurde von der Rote Liste Service GmbH in enger Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) entwickelt. Letzterer hat bereits vor einigen Jahren gefordert, Beipackzettel in einer auch für Blinde und Sehbehinderte geeigneten Form anzubieten. Die Arzneimittelinformationen können in vier Formaten abgerufen werden, darunter auch Hörversionen.

Pharmaunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ihre Gebrauchsinformationen werbefrei und öffentlich für Blinde und Sehbehinderte bereit zu stellen. Zahlreiche Firmen nutzen das Angebot bereits in der Startphase. Da die Seite sich noch im Aufbau befindet, können noch nicht alle Medikamente gefunden werden. Sie wird aber - laut Betreiber auch abhängig von den jeweiligen Herstellern - laufend ergänzt. www.patienteninfo-service.de

Schmerz bei Menschen mit Behinderungen

Der Schmerz ist primär ein wichtiges Alarmsignal unseres Körpers. Schmerzen von Menschen, die diese nicht ausreichend artikulieren können, werden oftmals unterschätzt, missgedeutet oder ignoriert. Hier will ein neues Buch helfen, Schmerz zu erkennen und zu beeinflussen.

Neben akut auftretenden körperlichen Schmerzen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behinderung stehen oder aber unabhängig davon auftreten können (z. B. Zahnschmerzen), müssen Menschen mit schweren Behinderungen oftmals zahlreiche medizinische Interventionen über sich ergehen lassen. Welche Dimension der individuelle Schmerz auch hat, es ist unsere Aufgabe, ihn zu erkennen, um ihn entsprechend beeinflussen zu können. Hierzu ist eine interdisziplinäre Herangehensweise nötig. Durch zahlreiche Beiträge wird das Thema in diesem Buch des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen interdisziplinär aus verschiedenen Blickwinkeln wie dem der Medizin, Psychologie, Sonderpädagogik, Theologie, Therapie sowie von Eltern und betroffenen Menschen umfassend dargestellt. Auf 280 Seiten wird dem Leser durch die Beiträge ein Grundwissen zur Vielseitigkeit des Schmerzes vermittelt. Es werden neue Lösungsansätze zum Erkennen und Bewältigen von Schmerzen vorgestellt. Dabei werden medizinische Möglichkeiten wie eine medikamentöse Beeinflussung, Injektionen mit Botulinumtoxin oder homöopathische Ansätze gegenübergestellt. Auch der Zusammenhang der Ernährung (z. B. über eine Sonde) und der Kommunikation mit dem Schmerz werden thematisiert. Von sonderpädagogischer Seite werden der Körper und der Schmerz erkundet und aus theologischer Sicht der Umgang mit Schmerz und Leid dargestellt. Therapeutische Konzepte zur Beeinflussung des Schmerzes geben einen Einblick in praktische Hilfestellungen zur Entlastung. Nicola J. Maier-Michalitsch (Hrsg.): Leben Pur - Schmerz bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, Verlag selbstbestimmtes Leben, 17,40 Euro. Das Buch kann über den Buchhandel bestellt werden (ISBN 978-3-910095-74-8) oder direkt beim Verlag.

Buchvorstellung

In unserer Rubrik „Buchvorstellung“ wollen wir Sie regelmäßig auf Bücher hinzuweisen, die mit Krebs und Behinderung bei Kindern zu tun haben. Seien es Romane, Erzählungen oder Fachliteratur, das Spektrum der vorgestellten Werke ist breit gefächert. Dieses Mal stellen wir einen Roman um ein behindertes Mädchen einer jüdischen Autorin vor.

Ein Unfall und seine Folgen
Mira Magén: Die Zeit wird es zeigen, dtv, 14,90 Euro

Anna, dreizehneinhalb Jahre alt, kann ihre Beine nicht richtig beherrschen, da sie bei der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen hat. Auch sonst ist sie körperlich zurückgeblieben und wirkt eher wie ein neunjähriges Mädchen. Doch ihr Kopf funktioniert einwandfrei. Und so entscheidet sie eines Tages am Strand von Tel-Aviv, wo ihre Eltern im Sommer eine Imbissbude betreiben, verbotenerweise Fahrrad zu fahren. An diesem Tag funktionieren ihre Beine gerade mal ganz gut und das beflügelt sie. Sie schnappt das Rad und mit ihm gleich ihren jüngeren Bruder Tom, damit er sie nicht verraten kann. Er sitzt auf dem Gepäckträger. Doch als die Beine dann nicht mehr mitspielen und sie schwankt, fällt Tom vom Rad und kracht mit dem Kopf auf. Er fällt ins Koma und ab diesem Augenblick ist nichts mehr wie es war - und was sein wird, wird die Zeit zeigen.

„Die Zeit wird es zeigen“, eine inhaltsleere Floskel, die dem Roman den Titel gibt und sich wie ein roter Faden durch den 396 Seiten langen Text zieht. Von nun an lautet die Frage, ob Tom je wieder gesund werden und Anna ein normales Leben führen kann. Denn sie schweigt über ihre Tat und ihre Schuld und trägt sie einen ganzen Sommer lang mit sich herum. Die israelische Autorin Mira Magén ist der orthodoxen, ostjüdisch geprägten Welt ihrer Kindheit verbunden. Für einen orthodoxen Juden, das stellt die Autorin in Gesprächen immer wieder deutlich heraus, ist alles, was passiert, von Gott gewollt und muss demnach auch akzeptiert werden. Sie will das aber nicht und bricht damit Tabus.
So schildert sie in ihrem Roman aus wechselnden Perspektiven nicht nur die Geschichte der Familie um die Eltern Mike und Cheli und ihre Kinder Tom und Anna, die in einem Sommer vom Schicksal schwer geprüft wurden. Sie kann anhand des Unfalls und seiner Bewältigung vielmehr auch innerisraelische Spannungen aufzeigen, indem sie die orthodoxe und die säkulare Lebensform gegenüber positioniert und Grundfragen einer Gesellschaft stellt. Wie in all ihren Werken versucht sie auch hier aus der orthodoxen Welt auszubrechen und einen Sinn für das Leben der Protagonisten zu suchen.

Genau so wie es die studierte Psychologin und Soziologin Magén auch tat: Sie war Lehrerin, Sekretärin und Krankenschwester, bevor sie Schriftstellerin wurde, Stationen, die für eine orthodoxe Jüdin in Israel eigentlich unmöglich sind. Magén zählt neben Zeruya Shalev zu den bedeutendsten Autorinnen Israels und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet- Zurecht, denn in ihrem Roman „Die Zeit wird es zeigen“ erzählt die Bestsellerautorin die Geschichte eines tragischen Sommers mit sensibler und poetischer Leichtigkeit und stellt gleichzeitig das Thema Behinderung – die angeborene von Anna und die drohende des verunglückten Toms – sehr subtil und doch massiv als große Herausforderung für gläubige Menschen dar. Ein kraftvolles Buch, das in vielerlei Hinsicht unter die Haut geht.

Redaktion

Dr. Birgit Weichmann

Verantwortlich: Gaby Eisenhut, Vorsitzende der Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern

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